Das neue & alte Hannover

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von Hertz - 09 Januar 2018

Wer an Hannover, die Landeshauptstadt von Niedersachsen, denkt, dem fällt mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst die größte Messe für Informationstechnik der Welt, die CeBIT, ein. Dabei hat die Stadt im Tal der Leine auch eine spannende Architekturgeschichte zu bieten, denn die nahezu komplette Zerstörung Hannovers zu Kriegszeiten und der moderne Neuaufbau haben das Stadtbild geprägt. Wir haben bedeutsame Architekturgeschichte, moderne Kunst und Parks, die zum Flanieren einladen, für Sie kompakt zusammengefasst, so dass Sie entspannt auf eine architektonische Zeitreise gehen können.

Neue Rathaus

Vielleicht macht die Tatsache, dass viele Besucher von Hannover es für ein Schloss halten, es zu einem der beliebtesten Fotomotive der Stadt: Das Neue Rathaus von 1913, eines der Wahrzeichen von Hannover; erbaut im wilhelminischen Stil strahlt es Glanz und Pracht aus. Besonders sehenswert ist der Bogenaufzug zur Kuppel des Neuen Rathauses, von der man einen fantastischen Blick über Hannover hat, und mit etwas Glück sogar bis zum Harz. Aber zuerst wird man im Bogenaufzug senkrecht und dann in einem 17 Grad Winkel in die Höhe transportiert. In der Rathaushalle können zudem vier Stadtmodelle von Hannover aus verschiedenen Epochen von den Anfängen der Stadt bis heute bestaunt werden.

Staatsoper Hannover

Wer große Opernkunst sucht, muss nicht in die Ferne schweifen, denn die Staatsoper Hannover gehört zu den besten Häusern weltweit, und zudem zu einem der schönsten. Erbaut wurde das spätklassizistische Gebäude mit seinen beiden großen Seitenflügeln von 1845 bis 1853 nach einem Entwurf von Hofbaumeister Georg Friedrich Laves und diente zunächst als königliches Hoftheater. Übrigens: Wenn man sich den zur Georgstraße hin ausgerichteten Vorbau der Staatsoper anschaut, kann man die in Stein gemeißelten Abbilder von Dichtern und Komponisten entdecken. Für Kultur- und Architekturliebhaber ist die Staatsoper Hannover definitiv ein Muss.

Nanas

Drei wohlgeformte Rubensdamen in leuchtenden Farben findet man am Leibnizufer: die berühmten Nanas der Künstlerin Niki de Saint Phalle. Seit 1974 gehören Sophie, Charlotte und Caroline (Namenspaten waren übrigens Kurfürstin Sophie, Charlotte Buff und Caroline Herschel) zu Hannovers Stadtbild und sind aus diesem auch nicht mehr wegzudenken, dabei waren nicht wenigen Bürgern die drallen Drei zunächst ein Dorn im Auge. Das ist zum Glück Schnee von gestern. Seit 2000 ist Niki de Saint Phalle Ehrenbürgerin von Hannover und ein Foto mit Sophie, Charlotte oder Caroline ist ein begehrtes Motiv von Besuchern. Die Nanas sind Ausgangspunkt der Skulpturenmeile der Stadt, die insgesamt acht Kunstwerke umfasst. Ein Ausflug zu den “Prachtweibern” lohnt sich besonders am Samstag, denn dann findet rund um die Nanas Deutschlands ältester Flohmarkt statt. Ein Muss für Flaneure und Schnäppchenjäger.

Das Sprengel Museum

Der deutsche Expressionismus und die französische Moderne sind zwei der Schwerpunkte des Sprengel Museums, was es zu den bedeutendsten und weltbekannten Museen für Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts macht. Werke der klassischen Moderne wie von Pablo Picasso, Max Beckmann, Emil Nolde, Paul Klee und Kurt Schwitters, zudem Kunst nach 1945 sowie zeitgenössische Werke von Andy Warhol, Alexander Calder, Gerhard Richter und Niki de Saint Phalle sind im Sprengel Museum zu bewundern. Zudem finden Wechselausstellungen statt, und diverse Veranstaltungen für Groß und Klein runden das Programm des Sprengel Museums ab. Eine besondere Attraktion sind die von Künstlern wie Kurt Schwitters oder James Turrell gestalteten Räume.

Die Herrenhäuser Gärten

Europäische Gartenkunst der besonderen Art kann man in den Herrenhäuser Gärten genießen. Neben dem barocken Großen Garten, der zu den bedeutendsten und besterhaltenen Barockgärten Europas zählt, gehört der botanische Berggarten mit rund 11.000 Pflanzenarten und der größten Orchideensammlung Europas sowie der nach englischem Vorbild gestaltete Georgengarten zum Gartenensemble. Und das sich in den Herrenhäuser Gärten befindende Schloss Herrenhausen beherbergt ein Museum sowie ein Tagungszentrum. Die Herrenhäuser Gärten sind das grüne Schmuckstück der Landeshauptstadt Hannover, das jedes Jahr rund ein halbe Millionen Besucher anzieht. Übrigens: Die sich im Großen Garten befindende Grotte wurde von der stadtbeliebten Künstlerin Niki de Saint Phalle mit bunten Kiesel-, Glas- sowie Spiegelstücken ausgeschmückt.

Klassische Bauten, moderne Architektur, dazwischen Kunst und traumhaft schöne Parks in- und außerhalb der Stadt: Hannover vereint seine Stadtgeschichte auf eine spannende Weise, die man am besten anhand seiner Architektur, ob in Stein gemeißelt oder als grüne Oase angelegt, entdecken kann.