Parks und Paläste in Hannover

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von Hertz - 30 Oktober 2019

Barocke Gartenanlagen, stattliche Herrenhäuser und einer der größten Stadtwälder von Europa direkt vor der Tür - kulturell und landschaftlich hat die Landeshauptstadt von Niedersachsen seinen Besuchern ein volles und vor allem abwechslungsreiches Programm zu bieten.

Die über 1.000 Jahre alte Stadtgeschichte von Hannover umfasst einschneidende Erlebnisse wie den Aufstieg zur Residenzstadt im 17. Jahrhundert, seine Erklärung zum Königreich im Jahre 1814 und seine Ernennung zur Provinzhauptstadt von Preußen im Jahre 1866. Zwischen 1714 und 1837 bestand zudem eine Personalunion mit England, sodass die hannoverschen Könige während dieser Zeit auch die Könige von England waren.

Hannovers historische Bedeutung - nicht nur für Deutschland, sondern für ganz Europa - spiegelt sich bis heute in der opulenten Architektur der Stadt wider. Von märchenhaften Schlössern bis hin zu bezaubernden Gärten - lernen Sie während Ihres nächsten Aufenthalts in der Stadt einige der schönsten Highlights kennen.

Schloss Herrenhausen und die Herrenhäuser Gärten

Schloss Herrenhausen ist ein bedeutender Ort in der Geschichte Hannovers. Ursprünglich gehen Schloss und Garten auf einen Wirtschaftshof aus dem 17. Jahrhundert zurück. Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz entwickelte hier zum Beispiel im Dialog mit der Kurfürstin und ihrer Tochter viele seiner zukunftsweisenden Ideen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss zerstört, doch 2009 entschloss man sich für einen Wiederaufbau. Heute wird das Gebäude vor allem als wissenschaftliches Tagungszentrum und Museum genutzt.

Mit dem Wiederaufbau gewannen auch die Gärten wieder ihren architektonischen Bezugspunkt. Lustwandeln Sie durch die über 300 Jahre alte Anlage, die ein echtes Juwel der barocken Gartenkunst ist. Ende des 17. Jahrhunderts ließ Sophie von der Pfalz, inspiriert von den Gärten von Versailles, den imposanten Park anlegen. Heute ist er einer der besterhaltenen Barockgärten Europas und lockt jedes Jahr ca. eine halbe Million Besucher an.


Schloss Marienburg

Knapp 20 km südlich von Hannover am Südwesthang des Marienbergs liegt ein prächtiges Schloss mit hohen Wachtürmen und zinnenbewehrten Mauern. Schloss Marienburg wurde im 19. Jahrhundert im Auftrag von König Georg V. von Hannover erbaut. Er schenkte den Bau, der als Sommerresidenz, Jagdschloss und später als Witwensitz diente, seiner Ehefrau Marie.

Besucher können hier eines der bedeutendsten neugotischen Baudenkmäler Deutschlands bewundern. Zudem können Sie im Schloss nicht nur die prächtigen Gemächer, sondern auch zahlreiche Ausstellungsstücke aus dem persönlichen Besitz der Familie der Welfen entdecken. Es werden verschiedene Führungen angeboten oder aber genießen Sie den fantastischen Ausblick auf das Umland, den eine Besteigung des Hauptturmes bietet.

Neues Rathaus und Maschpark

Wie ein Schloss thront das Neue Rathaus am Maschpark über Hannover. Es wurde 1901 bis 1913 im wilhelminischen Stil erbaut und in seiner Mitte sitzt eine große Kuppel, die zusammen mit ihrer vergoldeten Spitze eine Höhe von fast 98 Metern erreicht. Während einer Führung des Gebäudes können Sie einige ausgewählte Räumlichkeiten besichtigen und einen spannenden Einblick in die Baugeschichte gewinnen.

Das Neue Rathaus liegt im 10 ha großen Maschpark, Hannovers erstem öffentlichen „Bürgerpark". Er ist ein Zeugnis der Gartenkunst des 19. Jahrhunderts. Der Landschaftspark inklusive Teich und Bogenbrücke beeindruckt mit einer vielfältigen Bepflanzung, sodass das ganze Jahr über Pflanzen blühen und das Rathaus im Hintergrund kunstvoll in Szene gesetzt wird.

Tiergarten Hannover

Erholung für die ganze Familie bietet der 112 ha große Wildpark von Hannover. Markante alte Bäume bieten vor allem während der warmen Jahreszeit Schutz vor der heißen Sonne, doch lockt der Tiergarten das ganze Jahr über mit seinen heimischen Wildtieren.

Ursprünglich wurde der Park im 17. Jahrhundert von Herzog Johann Friedrich für die Hofjagd angelegt. Damals setzte man ca. 120 Stück Damwild aus, dessen Bestand bis heute konstant bleibt. Da der Wald nicht für die Holzproduktion genutzt wurde, verfolgte man hier eine andere Form der Ästhetik. Aus diesem Grund sind die Baumbestände in dem Erholungswald deutlich abwechslungsreicher als in vielen anderen Stadtwäldern Deutschlands.

Besucher können hier nicht nur Damwild, sondern auch Wildschweine, Rehe und Rotwild in den Freigehegen beobachten. Gäste und Tiere trennen also keine Zäune. Wer sich ruhig verhält, der kann die Tiere aus wenigen Metern Entfernung beobachten.


Schloss Landestrost

Nur wenige Kilometer nordwestlich von Hannovers Stadtzentrum liegt das hübsche Schloss Landestrost in Neustadt am Rübenberge. Das prächtige Anwesen wurde im 16. Jahrhundert im Weserrenaissancestil auf Geheiß von Herzog Erich II. von Braunschweig-Lüneburg erbaut. Als architektonische Vorbilder dienten ähnliche Schlösser in Frankreich und Italien.

Das Schloss wird heute vor allem für Konzerte, Ausstellungen, Feierlichkeiten und Tagungen genutzt. An jedem dritten Samstag im Monat können Gruppenführungen vereinbart werden, bei denen man die Räumlichkeiten wie zum Beispiel den Herzog-Erich-Saal besichtigen kann.

Zu einem imposanten Schloss gehört natürlich auch eine wunderschöne Grünanlage und der Garten des Schlosses Landestrost ist hier keine Ausnahme. Spazieren Sie vorbei an Zierapfelbäumen und durch den schattigen Hainbuchen-Laubengang. Lassen Sie dabei Ihren Blick über die Festungsmauern und die Leineaue schweifen.

Hannover und sein Umland sind reich an Geschichte und Natur. Ausflugsmöglichkeiten gibt es deshalb sehr viele. Leihen Sie sich einen Mietwagen in Hannover, um auch Attraktionen etwas weiter außerhalb der Innenstadt leicht erreichen zu können.